-->
Jetzt registrieren und Zugang zu allen Bereichen erhalten!
     Erweiterte Suche
Main Menu
Login
Wer ist online?
9 User sind online (3 User halten sich im Bereich News auf.)

User: 0
Gäste: 9

mehr...
Amazon - Tipp
Turniernews : MEC10 in Baden: Verdict 3/3 - Der Anspruch, die Darsteller und die Zukunft
Geschrieben von pinkpanther am 19.06.2010 23:42

Der Anspruch

Dem Zuschauer verkauft wird das Turnier nicht nur als MEVZA-Turnier, sondern auch und viel öfter als "Mitteleuropäische Meisterschaften" oder übersetzt "Middle European Championships".

Beach-Insider brauchen nicht viel nachzudenken, denn sie wissen, wer in den vergangenen Jahren die höchste Europaserie ECT beherrscht hat: Unsere Nachbarn aus Deutschland. (Alle anderen können in den CEV-Beachranglisten nachschauen.). Mit Abstand: Österreich und die Schweiz. Alle drei liegen zwar in Mitteleuropa, nur: zwei davon wurden nicht eingeladen ...

Pardauz, da wird doch tatsächlich ein "Meister von Mitteleuropa" ermittelt, wo die stärksten Beachnationen dieser Region gar nicht am Start sind! Viele Sportredakteure der lokalen Presse, oft Fußballexperten und unbeleckt, was andere Sportarten betrifft, fallen leider auf diesen Marketing-Hype herein und kopieren recht unkritisch Presseartikel. Was sollen sich unsere Nachbarn von uns denken?

Wenn man sich nur Teams aus MEVZA-Staaten einlädt, kann man die Sieger mit Recht als MEVZA-Meister bezeichnen. Aber "Mitteleuropäische Meister"? Die Stärksten läßt man draußen vor der Tür und erhebt Anspruch darauf, die Meister, also die Besten dieser Region zu ermitteln? Sportlich fair ist das nicht. Und wer meint, Europa sei ostwärts gerückt und GER und SUI (wie auch ITA und einige andere Nationen, die in Baden auch fehlten) seien kein Teil von Mitteleuropa, und ein Gremium namens MEVZA bestimme, was in Mitteleuropa liegt und was nicht, nun ja, der lebt wohl in einer (MEVZA-)Parallelwelt mit eigener Realität.

Liebe Sara, liebe Babsi, eure in Baden gewonnene Medaille glänzt zu Recht in Gold, denn ihr habt alle anderen bei diesem Turnier geschlagen. Ihr dürft euch auch MEVZA-Meister nennen. Aber bitte gebt nie damit an, 2010 "Meister von Mitteleuropa" geworden zu sein. Sonst könnte es sein, daß man euch auslacht, besonders in den Ländern unserer westlichen und nördlichen Nachbarn.

Bild: Zumindest auf den Tanktops steht es richtig: es sind MEVZA-Meisterschaften, nicht mehr und nicht weniger. Bild zeigt Matthias Mellitzer. (c) pinkpanther/beachers.at

Die Darsteller

Die Guten

Der Turnierveranstalter vision05: Er hat heuer (wieder) ausgezeichnete Arbeit geleistet. Einzige Panne: ein kurzer Stromausfall am Finaltag. Wenn einem nur so ein vergleichsweise unwichtiger Vorfall als Mangel in Erinnerung bleibt, sagt das schon sehr viel. Der Veranstalter hat sich nach Kräften bemüht, und das Turnier ist ihm gelungen. Manko: diese tolle Veranstalterleistung hätte eigentlich Besseres verdient als so ein MEVZA- Experiment. Aber er ist schuldlos, denn er hat sich den Regeln eines Volleyball- Verbands unterworfen, der vom Fach ist, es also eigentlich wissen müßte.

Die Interessierten

Einige Sidecourt-Partien waren an den Vortagen besser besucht als die Centercourt-Partien. Obwohl man zu den Sidecourts einen ganz netten Fußmarsch auf sich nehmen muß. Das spricht NICHT gegen Dieter Holzapfel als Courteinteiler (der hat nur einen einzigen Centercourt zur Verfügung), sondern dafür, daß an diesen Tagen viele BVB-Interessierte und -informierte da waren und weniger Leute, die wegen des "es ist was los, egal was" kommen.

Die Zufriedenen

Alle Zuschauer, die Österreicher gewinnen sehen wollten. Oder viele Österreicher am Stockerl. (War ja laut Papierform nicht anders zu erwarten.)

Die Unzufriedenen

Alle, die sportliche Höchstleistungen wie im Vorjahr erwartet hatten. Daß die ausbleiben, war heuer mangels hohem Preisgeld abzusehen und angesichts der Beschränkung auf MEVZA-Nationen (2 stark, 4 schwach) leider nicht drin. Sportinteressierte Zuseher am Donnerstag und Freitag. Und alle, die meinen, es ist keine große Leistung, 4 Beachnachzügler-Nationen ordentlich in die Pfanne zu hauen.

Die Bösen

Hauptschuldiger an der Misere ist der ÖVV, der diese neue Turnierkategorie zusammen mit der MEVZA erfunden hat. Oder: wie sich Hallensachverständige halt so vorstellen, was am Beach mit wenig Geld funktionieren könnte. Lieber ÖVV, wenn ihr schon so etwas wie "Meisterschaften von Mitteleuropa" mit einem legitimen Anspruch abhalten wollt, dann laßt doch nicht nur die Teams Rudimentär-Mitteleuropas aus den Staaten eurer Hallenfreunde antreten, sondern fairerweise die besten Beachteams ganz Mitteleuropas. Aus welchen Nationen die kommen, findet ihr in der CEV-Rangliste "Beach Volleyball". Zufolge dieser sind DIE Nationen Mitteleuropas GER, SUI und AUT; abgesehen von ein paar einzelnen Top10-Teams aus anderen Nationen wie ESP, ITA, POL, GRE, BEL, NED. Das sind aber überhaupt nicht die Nationen, die ihr hier zugelassen habt (bis auf AUT, also uns selbst). Wenn ihr schon eine neue Kategorie von Beachturnier erfindet: wer sagt eigentlich, daß die Teilnehmer alle aus Europa kommen müssen? Das war schon zu A-Cup-Zeiten in Baden nicht der Fall (brasilianische Sieger 2008). Und: die Spieler aus den starken Nationen kommen auch für schmales Geld, wenn sie keine Alternative in dieser Woche haben. Siehe Interview mit Sara Montagnolli. Man muß sie nur lassen. Ohne die unsinnige Beschränkung auf die MEVZA-Staaten hätte man ums gleiche Geld attraktivere Spieler bekommen.

Nicht zu vergessen ein weiterer Schuldiger: die CEV, welche dieses neue Konstrukt als "approved event" absegnet. Sollte eine Teilnahme an diesen nicht eigentlich für alle CEV-Mitgliedsstaaten offen stehen?

Die Fehler

  • Willkürliche Festlegung, welche Nationen dabei sind (MEVZA) und welche nicht.
  • Auswahl nach Hallenkriterien völlig ohne Rücksicht auf BVB.
  • Beschränkung auf Teams aus einigen wenigen (6), überwiegend schwachen (4) Nationen.
  • Zu groß dimensionierte Raster (16 Teams Hauptbewerb, 16 Teams Qualifikationsbewerb), die gar nicht einmal voll befüllt werden können und in denen eine viel zu große Leistungsbandbreite herrscht. (Nur gut, daß das vorgesehene 16er-Qualifikationsraster der Damen letzlich zum 2er-Raster wurde.)
  • Ungerechtfertigter Anspruch ("Meister von Mitteleuropa"), wo die stärksten Nationen dieser Region gar nicht am Start sind.

Die Zukunft

Was wird 2011 in Baden laufen?

Sollte dieser MEVZA-Erstversuch im nächsten Jahr eine Fortsetzung erfahren, dann liegen die Verbesserungsmöglichkeiten auf der Hand.

Was sind die Alternativen zu einer Fortsetzung des MEVZA-Experiments? Nun, falls sich keine "neue ECT" ergibt: CEV Challenger, Einladungsturnier, Exhibition, Stars-Cup, A-Cup, ÖMS in Baden (absteigend geordnet nach Attraktivität).

Viel besser gefällt mir z.B. das Konzept der beachevent-Serie aus der Schweiz. Einladungsturniere mit einem Mix aus heimischen Teams und aus den Nachbarländern (auch den starken wie GER und AUT), sowie repräsentativen Nationen (BRA). Kleine Raster (8er) lassen den einzelnen Teams vom schmalen Preisgeld mehr übrig. Der Veranstalter dort entscheidet selbst, welche Teams er einlädt - wen er sich leisten kann und wer Zeit hat; er delegiert die Entscheidung nicht an einen Verband, der in Hallenkategorien denkt. Freier Markt statt Verbandszwang, gewachsen statt verordnet, Beacher statt Hallenbeacher.

Weitere Artikel dieser Reihe
MEC10 in Baden: Verdict 1/3 - Die Leistungen der Österreicher
MEC10 in Baden: Verdict 2/3 - Das Turnier
   []

Druckoptimierte Version Schicke den Artikel an einen Freund
Die hier veröffentlichten Artikel und Kommentare stehen uneingeschränkt im alleinigen Verantwortungsbereich des jeweiligen Autors.
User Diskussion
Aktuelle Termine
15.09.2010 - 19.09.2010
U21-WM Alanya
16.09.2010 - 18.09.2010
ECC 5/8: Rhodos
17.09.2010 - 19.09.2010
AVP 12/12: Los Angeles (tbd) *ABGESAGT*
19.09.2010
Die Munich Beach Tour im beach38°
22.09.2010 - 26.09.2010
CBV 8/12: Joao Pessoa