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Worldtour : Neues vom Mikasa VLS 300
Geschrieben von pinkpanther am 13.12.2009 15:47

Offizielles

Auf der FIVB World Tour wird die komplette Saison 2010 mit dem neuen Ball "Mikasa VLS 300 Beach Champ" durchgespielt. Diese Entscheidung der FIVB wurde vor einigen Tagen gegenüber dem japanischen Ballhersteller Mikasa bekräftigt, wie von diesem zu erfahren war.

Die FIVB hat zwar - wie gewohnt - keinen offiziellen Presseartikel dazu herausgegeben, doch erscheint das nicht nötig, weil ein entsprechender Beschluß über einen Umstieg auf den neuen Ball aus dem Oktober schon Anfang November kommuniziert wurde. Es hätte allerdings passieren können, daß das "Experiment" mit dem Einsatz des neuen Balls in den letzten zwei FIVB WT-Turnieren der Saison als schiefgelaufen eingestuft und der entsprechende Beschluß zum Umstieg wieder rückgängig gemacht wird. Davon ist keine Rede, der Einsatz des VLS 300 kann ab nun als gesichert angesehen werden. Die Großserienproduktion kann damit anlaufen.

Der neue Ball soll zumindest bis zu den Olymp. Spielen 2012 (London) offizieller Spielball der FIVB-Tour bleiben. Neben der FIVB werden auch die CEV (Europäischer Volleyballverband) und die AVF (Australischer Volleyballverband) den neuen Ball zum offiziellen Spielball für ihre Turnierserien machen. Die US-amerikanische AVP-Serie bleibt natürlich bei Wilson-Bällen und die brasilianische CBV-Serie bei Penalty, womit Spieler aus Europa und Australien einen gewissen Vorteil haben: sie müssen sich nicht auf einen anderen Ball umstellen, wenn sie World Tour (FIVB), ihre Kontinentaltour (CEV bzw. AVF) und Olympische Spiele bestreiten, die Spieler aus USA und BRA hingegen schon.

Wozu ein neuer Ball?

Natürlich stellt sich diese Frage. Glaubt man den Beteuerungen des Herstellers, so ist nicht Profitgier der Antrieb, sondern der Wunsch des Volleyball-Weltverbands FIVB nach einem besser vom Spieler kontrollierbaren Ball, der nicht selbst den größten Profis ab und zu einmal "unvorhersehbar abbiegt". Das soll längere Ballwechsel und damit zufriedenere Zuschauer bringen.

Eigenschaften

Mikasa verspricht ein weicheres, rutschfesteres Oberflächenmaterial. Daraus sollte aber nicht abgeleitet werden, daß sich der gesamte Ball weicher anfühlt - im Gegenteil: zwei Lagen verstärkte Textilschicht sollen dafür sorgen, daß sich der Ball weniger verformt als ein herkömmlicher Beachvolleyball (was global ein "steiferes Gefühl" ergeben sollte). Die Kombination aus Oberflächen- und Steifigkeitseigenschaften soll für die beabsichtigte bessere Ballkontrolle verantwortlich sein. Die Innenlagen der Segmente haben eine Gummischicht, wodurch der neue Ball wasserdichter sein soll als bisher. Das Design wurde angeblich "streifiger" gewählt, damit das Auge die Flugbahn des Balls, unabhängig von seiner Lage, noch besser erfassen kann - wenn das tatsächlich so sein sollte, wird es sicher auch den Schiedsrichtern helfen, unsauberes Aufspiel anhand sich drehender Bälle besser zu erkennen.

Bewährte Elemente wie das Ventil usw. wurden offenbar nicht weiter entwickelt, sondern übernommen. Angesichts dessen und einiger schlechter Erfahrungen zuletzt kann man nur auf gleichbleibende Fertigungsqualität hoffen. Der Hersteller dürfte beim Fertigungsaufwand pro Ball einiges an Montage einsparen, so besteht die Oberfläche jetzt nur mehr aus 10 Segmenten statt bisher 18. Damit folgt der Beachvolleyball dem Trend des Hallenvolleyballs: der neue MVA 200 besteht ja nur mehr aus 8 Segmenten (der MVP 200 hatte ebenfalls 18). Rückschlüsse auf den Preis sollte man daraus aber nicht ziehen. Im Unterschied zum Hallenvolleyball, der bei der Umstellung eine seiner drei Farben verloren hat (weiß), bleibt der Beachvolleyball weiterhin dreifärbig. Während aber die Farben in der Halle aufgehellt wurden, damit der Ball im schummrigen Hallenlicht besser sichtbar wird, ist das Blau des neuen Beachvolleyballs dunkler geworden, um sich gegen die anderen Farben im Sonnenlicht noch besser abzuheben.

Ob die Bälle tatsächlich größer oder schwerer sind, wie im Vorfeld kolportiert, konnten wir noch nicht gesichert herausfinden. Interessant werden aber auch Nebeneffekte sein, z.b. wie sehr ein Ball beim Aufprall auf der Haut brennt. Einige Modelle sind dafür berüchtigt.

Versorgungslage

Damit werden die Zähne des Beachvolks nach dem neuen VLS 300 noch länger. Leider befinden wir uns nach wie vor in der Situation, daß der Ball vom Handel nicht lieferbar und kein Liefertermin offiziell angekündigt ist. Ein US-Händler im WWW nimmt Vorbestellungen an und verspricht Lieferung für Jänner, worauf man sich aber nicht verlassen sollte. Für uns in Europa sieht es im Moment eher nach Februar aus. Will man Bälle mit dem Prüfzeichen eines nationalen Verbandes, könnte es passieren, daß man sich auf eine noch längere Wartezeit einstellen muß.

Die Situation wird durch zwei Umstände entschärft:
1. Wir haben jetzt Winter und bis zum Beginn der Beachsaison in unseren Breiten bleibt noch einiges an Zeit.
2. Ein VLS 200 ist nicht plötzlich wertlos geworden. Es gibt wohl bei den meisten von uns Spielern noch genug Verbesserungsbedarf, der sich auch durch Training mit einem VLS 200 beheben läßt.

Sobald verfügbar, gibt es den neuen Mikasa VLS 300 zum Toppreis im Beachen.cc - Shop.

Link
VLS 300-Artikel vom 13.10.2009
Presseartikel der FIVB vom 4.11.2009 (engl.)    []

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